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Doro

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1

Freitag, 3. August 2018, 15:56

Im Straßenstaub

Er kniet vor mir im Straßenstaub
mit eingeübter Demutsgebärde.
Ich gebe ihm nichts und denke,
nur vor Gott soll der Mensch
niederknien.

Gäbe ich ihm etwas,
wenn er aufrecht vor mir stünde
und selbstbewusst
seinen Anteil forderte
am geraubten Überfluss?

Oder warte ich gar
bis er sein letztes
und unabweisbares Argument
auf mich richtet -
ein Gewehr.

2

Freitag, 3. August 2018, 22:27

Gute Frage. Wir reden hier über Bettler? Ich selbst habe noch keinen mit einem Gewehr angetroffen. Den "Überfluss" deute ich als Ironie, denn es hat ja offenbar nicht jeder etwas von diesem Segen. Aber ja, denkt man an die französische Revolution, dann begann auch sie mit Bettlern, die nichts zu beißen hatten. Allerdings hat der König sich auch nicht um sie gekümmert, das taten dann andere und kümmerten sich später dann auch um den König. Mit den bekannten Folgen.

Die Frage, ob man einem Bettler etwas gibt, muss jeder für sich entscheiden, mir fällt nur auf, dass arme Leute oft geben, im Gegensatz zu Leuten, die viel haben.

Doro

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3

Samstag, 4. August 2018, 14:03

Herzlichen Dank für die Rückmeldung.

Zitat

Den "Überfluss" deute ich als Ironie,
Gemeint ist, dass der "Überfluss" (der Reichtum mancher global player) geraubt ist, oder anders formuliert, die Armut vieler Menschen nicht aus ihrem persönlichen Versagen sondern aus einer ungerechten Verteilung resultiert.
Wenn das nicht gesellschaftlich gelöst wird, können in der Tat gewaltsame Versuche mehr Gerechtigkeit herzustellen, die Folge sein. Dann aber steht wirklich jemand mit seiner Waffe vor mir und nicht mehr ein Bettler.

4

Sonntag, 5. August 2018, 06:39

Danke für die Erklärung. Dass hier keine Ironie gemeint ist, ist schwer zu erkennen. Auf Deine Interpretation wäre ich so nicht gekommen.

Doro

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5

Sonntag, 12. August 2018, 18:01

Genau das finde ich immer wieder so spannend an vielen Gedichten, die vollkommener sind als meine. Die Offenheit des Textes für verschiedene Lesarten.