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1

Montag, 6. August 2018, 21:54

Snobs über Klassiker

Treffend sagte der halbgebildete Snob:
„Klassiker verstauben meist ungelesen und landen meist dann im Müll, wenn sie nützlich wären.“

Doro

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2

Freitag, 10. August 2018, 11:03

Kann sein, dass sie heute weniger gelesen werden (obwohl ich dazu keine belastbaren Zahlen kenne), aber sie wären keine "Klassiker" geworden, wenn sie nicht zu ihrer zeit sehr viel gelesen worden wären.
Allerding weiß ich nicht, ob der Snob mit dem Wort "Klassiker" Werke meint, die einen großen Erfolg in einer literarisch gebildeten Schicht erzielen konnten, oder Werke aus der Epoche Goethes, Schillers, Hölderlins.

3

Samstag, 11. August 2018, 03:10

Er meint Klassiker wie Goethe oder Schiller, die zwar in vielen Regalen stehen, aber kaum gelesen werden. Zudem: Wer setzt sich wirklich mit Klassiker auseinander? Man kann ein, zwei Gedichte von Goethe aufsagen (Erlkönig, Zauberlehrling) und glaubt Goethe zu kennen.

Doro

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4

Samstag, 11. August 2018, 17:12

Zu sagen, dass man Goethe "kenne" (in dem Sinne, wie man sagt, ich kenne Herrn XY), ist, so denke ich in Ordnung, auch wenn man nur wenig von ihm gelesen hat. Goethe zu verstehen oder sein Werk vollständig überblicken und einordnen zu können ist etwas ganz anderes. Das könnte ich auch nicht von mir behaupten, obwohl ich als junge Frau viel von ihm gelesen habe (fast alle Dramen, viele Gedichte und einige Romane). Mich haben die Schönheit der Sprache beeindruckt, die Schilderung einer Persönlichkeitsentwicklung, wie z.B. in "Wilhelm Meisters Lehrjahre"; Goethe hat mich aber auch überrascht. Nie hätte ich bei ihm eine Geschichte erwartet, in der über eine "ménage à trois" erzählt wird. Das hätte ich eher bei modernen Autoren erwartet.
Warum steht er oft im Regal und wird nicht gelesen? Ich denke, es wird schon in der Schule oft nicht geschafft, dass Neugierde entsteht, Lust zu entdecken, wie jemand vor mehr als 200 Jahren auf das Leben geschaut und es so in seinen Werken abgebildet hat, das manches geradezu modern anmutet bzw. immer noch gültig ist.

5

Freitag, 17. August 2018, 21:03

Warum verstauben Klassiker im Bücherregal? Das ist jetzt nicht die wichtigste Frage der Welt, aber ich denke oft darüber nach. Ich kenne noch das Gefühl aus der Schule, als wir lesen mussten. Das hatte immer zu tun mit Noten und Klassenarbeiten. Aus dem Grund habe ich die Klassiker gehasst. Später dachte ich neu darüber nach, ich fragte mich, was die Klassiker für die Lehrer können, die uns Schüler quälen?

Ich behaupte nicht, dass man alle Klassiker gelesen haben muss, das ist auch eine Frage der Zeit, all die Massen an Bücher bewältigen zu können. Aber ich las und lese Kleist oder Hebel, Böll und andere. Das ist so, als ob man sich aus dem Kuchen Rosinen pickt, aber anders packe ich die Klassiker nicht. Zudem denke ich über das, was ich lese, nach. Aus dem Grund lese ich manche Bücher öfter. Ansonsten "frisst" man die Bücher nur und das kann nicht Sinn der Klassiker sein.

Ich gebe zu, dass mich diese Frage insgesamt überfordert.

Doro

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6

Samstag, 18. August 2018, 12:49

Wen überfordert diese nicht. Aber wir können uns die Hand reichen bei dem Versuch für die Klassiker eine Lanze zu brechen und für eine kreativere Art des Unterrichts über Literatur. Obwohl man zugeben müsste, dass dies estrem schwer zu machen ist.

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